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Wundbehandlung
Was ist Wundbehandlung?

Die Wundbehandlung umfasst die Beurteilung der Wunde, ihre Reinigung und ihre Versorgung. Ärzte kümmern sich um Wunden, immer häufiger aber auch Pflegepersonal mit entsprechender Schulung. Ein Wundverband, der die Wunde feucht und warm hält, fördert die Wundheilung.

Die Wundheilung vollzieht sich in drei Phasen: Zuerst erfolgt die Entzündung und Reinigung; dann die Phase der Proliferation und Granulation und als dritte die Reepithelisierung und Reparatur. Besondere Aufmerksamkeit verdienen chronische Wunden. Diese entstehen häufig durch Gefäßkrankheiten, durch Diabetes mellitus oder als Dekubitus. Letztere treten besonders oft bei bettlägerigen Patienten auf.

Diagnose Wundbehandlung

Zur Diagnose von Wunden findet ein Patientengespräch statt. Es muss die Ursache der Wunde abgeklärt werden. Akute Wunden können mechanisch, thermisch, chemisch oder strahlenbedingt verursacht sein. Wunden sind chronisch, wenn sie innerhalb von acht Wochen nicht abheilen bzw. keine Zeichen von Heilung zeigen. Chronische Wunden verdienen besondere Beachtung bei der Wundbehandlung. Zu ihren Ursachen zählen z. B. Diabetes mellitus, Störungen der Durchblutung und Entzündungen. Bei der Wundanamnese wird geklärt, ob der Patient durch die Wunde in seiner Lebensqualität und Beweglichkeit eingeschränkt ist und ob die Wunde Schmerzen verursacht. Der Wundrand, die Wundgröße, das Stadium, die Lokalisation, der Wundgrund, der Ausfluss der Wunde werden untersucht.

Therapie Wundbehandlung

Wunden werden feucht und warm gehalten. Dies fördert die Reinigung der Wunde und die Wundheilung. Zur Therapie bei Wunden sollte eine gründliche Wundreinigung vorgenommen werden. Feuchtigkeit schafft eine gute Wärmeisolierung und beugt Infektionen vor. Das Wundmilieu sollte so beeinflusst werden, dass es der Wundheilung dient. Verschiedene Wundtherapeutika stehen zur Verfügung.

Beim Dekubitus (Druckgeschwür) sollte die betreffende Stelle entlastet werden. Durch die lokale Unterdrucktherapie, auch Vakuumtherapie genannt, wird die Wunde mit Füllmaterial versehen und mit Folie abgedeckt. Anschließend wird ein Vakuum erzeugt. Auch das Reizstrom-Verfahren, das mit Gleichstrom arbeitet, kann zur Wundbehandlung eingesetzt werden.

Die Vakuumtherapie zur Wundbehandlung soll u. a. verhindern, dass sich Nässe in der Wunde staut. Dennoch bleibt die Wunde feucht, was den Heilungsprozess unterstützt. Das Vorkommen von Keimen in der Wunde wird gemindert und eine Infektion unwahrscheinlicher. Die Regeneration von Haut und Gefäßen wird i. d. R. gefördert.

Die Erste Hilfe bei Verbrennungen sieht vor, dass z. B. nur kleinere Verbrennungen gekühlt werden sollen. Großflächigere Brandwunden sollte man keineswegs kühlen, weil die Gefahr einer Unterkühlung zu groß ist. Brandwunden sollte man mit Verbandstüchern locker abdecken. Zur Wundbehandlung bei einer Bisswunde wird i. d. R. eine Tetanus-Impfung vorgenommen. Tetanus ist eine schwere Erkrankung des Nervensystems.

Was ist Wundbehandlung?

Unter Wundbehandlung versteht man die medizinische oder pflegerische Versorgung von Wunden. Wunden können akut auftreten, z. B. eine Schnittwunde durch einen Unfall mit einem scharfen Messer. Wunden können aber auch chronisch werden. Wundbehandlung kann stationär durchgeführt werden, also während eines Krankenhausaufenthaltes. Es gibt aber auch die ambulante Wundversorgung, z. B. in Arztpraxen oder durch ambulante Pflegedienste.

Die Wundbehandlung wird auch Wundmanagement genannt. Dies leitet sich von dem englischen Fachbegriff „wound management“ her. Immer häufiger wird die Wundbehandlung von examinierten Pflegekräften durchgeführt, die eine fachliche Fortbildung im Bereich Wundtherapie, Wunddiagnostik oder Wundmanagement absolviert haben.

Die drei Schritte der Wundbehandlung

  • Erster Schritt der Wundbehandlung: Beurteilung der Wunde
    Die Wunde wird durch eine speziell ausgebildete Pflegefachkraft oder einen Arzt in Augenschein genommen und beurteilt. (Größe? Ursache? Tiefe?)
  • Zweiter Schritt der Wundbehandlung: Reinigung der Wunde
    Die Wunde wird von Fremdkörpern oder Verunreinigungen befreit. So werden anschließende Infektionen unwahrscheinlicher und der Wundheilungsprozess wird unterstützt.
  • Dritter Schritt der Wundbehandlung: Versorgung der Wunde
    Die Wunde wird, je nach ihrer Ursache, nach ihrer Erscheinung und Schwere mit zum Teil speziellen Wundverbänden und anderen Methoden versorgt.

Natürliche Wundheilung

Die natürliche Wundheilung gliedert sich in drei Prozesse:

1. Phase: Entzündung und Reinigung

2. Phase: Proliferation und Granulation (Ersatz des beschädigten Gewebes)

3. Phase: Reepithelisierung und Reparatur (Verschluss der Haut)

Der natürliche Heilungsprozess der Wunde soll durch die Wundbehandlung unterstützt werden.

Wie sieht die Wundbehandlung aus?

Die Wundbehandlung soll eine gehemmte Wundheilung bessern. Früher war man der Überzeugung, dass Wunden trocken zu halten sind. Inzwischen weiß man aber, dass eine Wundauflage, die die Wunde feucht und warm hält, besser geeignet ist. Diese Erkenntnis gibt es seit ca. 1962. Sie geht auf den Biologen George Winter zurück. Er nahm Tests an Schweinen vor und bewies damit, dass eine trockene und konventionelle Wundbehandlung zu Störungen der Wundheilung führt.

Wundbehandlung chronischer Wunden

Wundbehandlung wird besonders bei chronischen Wunden erforderlich. Ein Dekubitus bzw. Dekubitalgeschwür kann bei bettlägerigen Patienten durch den Liegedruck entstehen. Auch eine Urininkontinenz oder Stuhlinkontinenz können die Bildung eines Dekubitus verursachen.

Ebenfalls oft anzutreffen sind Wunden, die durch Diabetes mellitus oder gefäßbedingt entstehen. Hier gibt es ganz unterschiedliche Verfahren in der Wundbehandlung. Deren Wirksamkeit ist zum Teil in Studien erwiesen oder wird noch erprobt. Auch in Zukunft wird die Wundbehandlung, gerade bei chronischen Wunden, eine wichtige Rolle u. a. in der Therapie von Diabetes mellitus einnehmen.

Fedor Singer

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